Donnerstag, 02.12.2010
Gäubote - Radsport: Marathon-Fahrer Horst Steiner (66) will Radsporttage für Schulen organisieren
Neue Impulse für die Öschelbronner Bahn
Radsport: Marathon-Fahrer Horst Steiner (66) will Radsporttage für Schulen organisieren
eine Streckenlänge von 450 Kilometer auf. Kein Problem für den Radsportler Horst Steiner: "Da ist man dann halt 16 Stunden lang im Sattel."
Andreas Gauss - Gäubote 2.12.10
Auch mit 66 Jahren schwingt sich Horst Steiner, der seit Sommer dieses Jahres in Kayh lebt, täglich aufs Renn- oder Tourenrad. Auch kleinste Besorgungen werden, wenn möglich, auf zwei Rädern erledigt. Und das vielleicht alles nur, weil seine Eltern dem gebürtigen Thüringer kein Moped zur Konfirmation schenken wollten. Sein erstes Rad war ein 28er-Diamant-Rennrad und bis heute ist er dem Radsport verbunden. In seiner Heimatstadt Oberlind hat er zwar in der Jugend auch Fußball gespielt, aber die Radrennen haben Horst Steiner von Anfang an fasziniert. Mit 21 Jahren wurde er Bezirksmeister in Südthüringen im Bergzeitfahren, lag auch im Querfeldein vorne. Schließlich wechselte er mit einer Gruppe Radsportinteressierten zur Betriebssportgemeinschaft "Sonni" Sonneberg: "Der Betrieb war ein Spielwarenkombinat und deren Betriebssportgruppe förderte den Radsport." Dort eine Sektion Radsport aufzubauen, erschien Steiner sinnvoller, als in einem Verein mit den Ballsportarten zu konkurrieren: "Bei der Sonni schafften wir gut mit den Schwimmern zusammen."
Als die Rad-BSG im Jahr 1977 startete, kooperierten Steiner & Co. eng mit Schulen: "Wir haben von heute auf morgen 40 Kinder gehabt." Über Jahrzehnte hinweg baute er den Radsport in Sonneberg aus, auch über die Wendezeit hinaus. Da die Betriebssportgruppe finanziell vom Unternehmen gut ausgestattet war, konnte Horst Steiner mit seinem Talentschuppen drei Trainingslager im Jahr absolvieren. Ein herausragendes Talent aus Sonneberg hat es auch bis ins Gäu geschafft. Der Zeitfahr-Vizeweltmeister Sebastian Lang wurde vom damaligen Gerolsteiner Radsportchef Hans Holczer verpflichtet. Mit ihm hatte Horst Steiner als Betreuer allerdings weniger zu tun: "Aufgrund von beruflichen Problemen musste ich in den 90er Jahren kürzertreten." Als Rentner hat er sich entschlossen, in eine räumliche Nähe zu den im Südwesten wohnenden Töchtern Katja und Antje zu ziehen.
Die Radsportkontakte lässt er deshalb nicht ruhen. Horst Steiner sucht Gleichgesinnte, die wie er an Radmarathon-Fahrten wie eben die Strecke Leipzig-Berlin-Leip zig oder Nancy-Karlsruhe (264 Kilometer) teilnehmen würden. In seinen Spitzenzeiten absolvierte Steiner 7 000 Trainingskilometer jährlich. Im Winter wird der Skilanglauf gepflegt. Fasziniert ist Steiner von der mit einem Dach neu ausgestatteten Öschelbronner Radrennbahn. Er ging auf die Verantwortlichen des RSV Öschelbronn, Vorsitzender Herbert Pfeiffer, und den Chef des Radsportfördervereins, Reiner Dinger, zu: "Es gäbe doch die Möglichkeit, für Schulen an Wandertagen etwas anzubieten." Seine Idee: Auf dem schmalen Asphaltstreifen entlang der Holzbahn eine Inliner-Strecke aufzuzeichnen. Steiner: "An so einem Schulwandertag muss man eben noch mehr anbieten als nur das Radfahren auf der Bahn. Von daher wäre eine Inliner-Bahn ideal."
Kurs für Inline-Skater
Bei Reiner Dinger stieß Steiner mit seiner Idee sofort auf offene Ohren, denn schon vor einigen Jahren hatte Dinger mit dem Deutschen Inlinke-Skate-Verband (DIV) Kontakt, ob der Einbau einer Skateranlage im Innenraum nicht möglich wäre. Damals hat der DIV abgewunken. Dinger gefällt die Idee, auf die Schulen in umliegenden Gemeinden und Landkreisen zuzugehen: "Wenn wir jetzt mit Horst Steiner jemand haben, der das Angebot begleiten kann, können wir nun im Winter die entsprechenden Linien aufmalen und einen Parcours, wie wir ihn schon beim Kids-Day hatten, aufstellen."
Wer Horst Steiner auf seinen Marathon-Radfahrten begleiten will, kann sich mit ihm per E-Mail in Verbindung setzen, die Adresse: steiner.44@web.de
Montag, 29.11.2010
Gäbuote: Radball: Duo des RV Gärtringen wird in der Stuttgarter Porsche-Arena Weltmeister
Berner und König feiern den ganz großen Triumph
Radball: Duo des RV Gärtringen wird in der Stuttgarter Porsche-Arena Weltmeister
Robert Stadthagen - Gäubote 29.11.2010
6 000 Zuschauer im Hexenkessel Porsche-Arena zählten am Ende die letzten Sekunden runter. Dann ließen Uwe Berner und Matthias König ihre Räder fallen. Berner sank auf die Knie, König riss die Arme in die Höhe. Hinter dem deutschen Tor lagen sich die Bundestrainer Jürgen King und Michael Lomuscio in den Armen. Sandro Lomuscio, der Heimtrainer der neuen Weltmeister, rannte aus den Katakomben in den Innenraum und wollte seine beiden Jungs gar nicht wieder loslassen. Rund 20 Minuten durften sich Berner und König von dem völlig berauschten Publikum frenetisch feiern lassen.
Es folgten Fernsehinterviews hinter den Kulissen, während die Siegerehrungen in den Einer-Disziplinen der Kunstradfahrer über die Bühne gingen. Dann hatten die Gärtringer noch einmal ihren großen Auftritt in der Halle, durften sich die Goldmedaillen abholen. Während sich Matthias König danach zusammen mit Bundestrainer Jürgen King auf den Weg zur Pressekonferenz machte, hatte Uwe Berner einen anderen treuen Begleiter. Ein sogenannter Chaperon war seit dem Ende des Finales sein Schatten. Diese Aufpasser geleiten die ausgewählten Sportler zur Dopingkontrolle. Bereits vor wenigen Wochen bei der deutschen Meisterschaft verschwand Berner für geraume Zeit im Zimmer der Kon trolleure. "Ich hoffe, dass er es diesmal schneller schafft. Schließlich wollen wir noch ein Bier miteinander trinken", meinte der bestens aufgelegte Matthias König im Presseraum der Porsche-Arena.
Probleme am Samstag
Mit dem 3:1-Sieg im Endspiel setzten die beiden Sportler des RV Gärtringen den triumphalen Schlusspunkt unter ein Turnier, in das sie wahrlich nicht weltmeisterlich gestartet waren. Zwar kam das Duo am Freitagabend zu einem ungefährdeten 7:3-Sieg gegen Belgien, doch man merkte ihnen den großen Druck an, der beim Heimspiel auf ihren Schultern lastete. So setzte es am Samstagvormittag eine 2:3-Niederlage gegen die Tschechen Radim Hason und Jiri Hrdlicka. "Das fand ich eigentlich noch gar nicht so tragisch", meinte König. "Gegen die beiden kann man verlieren." Allerdings war die Fehlerquote zu hoch. Und mit einer vor allen Dingen auf Sicherheit bedachten Spielweise entwickelten die beiden Gärtringer zu wenig Druck auf das gegnerische Tor.
Beim folgenden 3:2-Sieg gegen Österreich erkämpften sich Berner und König die drei Punkte in einem von beiden Seiten verbissen geführten Spiel. So war der Sieg am Ende sicher verdient, wenngleich er äußerst glücklich zustande kam. Denn der Schiedsrichter nahm den Österreichern in der vorletzten Minute der Partie einen klaren Vorteil. Fast schon in den Schuss von Schlussmann Patrick Schnetzer auf das leere deutsche Tor kam der Pfiff wegen eines deutschen Fouls. Letztlich brachten die beiden Gärtringer den knappen Vorsprung über die Zeit. Damit lag das Team bestens im Rennen.
Zitterpartie gegen Frankreich
Den Sieg im Spiel gegen die beiden Franzosen Stephane Bauer und Frederic Doell hatten die meisten der deutschen Fans ganz sicher als Formsache eingestuft. Doch schon die Schweizer hatten bei ihrem mühsamen 3:1-Sieg am Freitagabend zu spüren bekommen, dass der krasse Außenseiter nicht gewillt war, das Kanonenfutter zu geben. Berner und König erwischten einen katastrophalen Start. Nach zwei Minuten lagen beide mit 0:2 hinten. Salz in diese Wunde war dann auch noch ein verschossener Viermeter von Uwe Berner. Das alles wäre nicht weiter beunruhigend gewesen, wenn es nicht auch nach zehn Minuten noch 0:2 aus deutscher Sicht gestanden hätte. "Ich habe gedacht, dass das doch wohl nicht wahr sein kann", gewährte Jürgen King einen Einblick in seine Gedanken in dieser heiklen Situation. "Matthias König hat sich dann zu 100 Prozent gesteigert und das Spiel dann entschieden", so King. Plötzlich waren Aggressivität und Körperspannung da, die Köpfe gingen nach oben. Innerhalb von 120 Sekunden drehten die Gärtringer die Partie mit drei Toren. Am Ende stand dann doch noch ein standesgemäßes 6:2.
Krisengespräch am Samstagabend
Abgehakt war die Angelegenheit damit noch nicht. "Es hat am Abend noch ein Krisengespräch gegeben", verriet Jürgen King. Mit dabei auch Sandro Lomuscio, der seine Schützlinge ins Gebet nahm. "Sandro gebührt ohnehin das größte Lob. Er hat die beiden Jungs über die gesamte Saison hervorragend vorbereitet", zollte der Bundestrainer dem Vereinscoach der beiden Weltmeister Respekt.
Die Kopfwäsche am Samstagabend zeigte Wirkung. Wie verwandelt kamen Berner und König am Sonntagmorgen zum letzten Vorrundenspiel gegen die Schweiz in die Halle. "Da haben sie wieder das gezeigt, was sie die ganze Saison über gespielt haben", freute sich King. Mit 3:2 wurde der Weltmeister von 2009 bezwungen. Berner und König schlossen die Vorrunde damit als Erster ab und ersparten sich somit die Zwischenrunde. Der Gegner im ersten Halbfinale waren dann erneut die beiden Schweizer Peter Jiricek und Marcel Wal dispühl. Sie hatten sich in der Zwischenrunde gegen Belgien durchgesetzt. Und wieder stand es am Ende 3:2 für die Deutschen. Nur ging es enger zu. 30 Sekunden vor dem Ende fiel der Siegtreffer.
Kurioser WM-Modus
Weil der WM-Modus an Kuriosität kaum zu überbieten ist und die Schweiz sich im zweiten Halbfinale mit 1:0 gegen die beidem Österreicher Dietmar Schneider und Patrick Schnetzer durchsetzte, kam es zur Neuauflage des Vorjahresfinales zwischen Deutschland und der Schweiz. Das Endergebnis fiel mit 3:1 nicht besonders deutlich aus. Doch Berner und König beherrschten die Partie klar. "Wir haben es im Prinzip so gesteuert, dass die beiden im Endspiel die beste Leistung des Turniers abgerufen haben", meinte Jürgen King mit einem verschmitzten Lächeln auf dem Gesicht. Die Gärtringer dominierten den Titelverteidiger klar und gingen in der zweiten Minute durch einen perfekt verwandelten Eckball mit 1:0 in Führung. Der Ausgleich brachte beide nicht aus dem Konzept. Ruhig und konzentriert spielten sie weiter und kamen nach neun Minuten durch einen direkt verwandelten Freischlag von Uwe Berner zum 2:1.
Beim frenetisch bejubelten Treffer zum 3:1 in der zehnten Minute schnalzten die Radballfans dann mit der Zunge. Königs Schuss von der rechten Seite konnte der schweizerische Torwart parieren. Nach dem Abpraller rechnete Marcel Wal dispühl dann mit dem direkten Schuss von Berner. Doch der Gärtringer Torspieler legte clever quer auf König. Der mit 17 Treffern erfolgreichste Torschütze des Turniers schob den Ball locker in die Maschen. Danach vermieden Berner und König jegliches Risiko, drehten fleißig an der Uhr und ließen sich dann für ihren ersten Weltmeistertitel feiern.
Der Empfang der frischgebackenen Weltmeister in Gärtringen wird am Freitag, 10. Dezember, ab 19 Uhr in der Schwarzwaldhalle stattfinden. Am Wochenende spielen Berner und König noch das Weltcup-Finale im tschechischen Zlin.
Gäubote: Bald wieder eine WM in Stuttgart?
Bald wieder eine WM in Stuttgart?
Hallenradsport - In einem Punkt waren sich die Verantwortlichen am Sonntag bei der Bilanz-Pressekonferenz einig: Die WM in der Stuttgarter Porsche-Arena war ein voller Erfolg.Robert Stadthagen - Gäubote 29.11.2010
"Wir machen ein dickes Ausrufezeichen hinter diese Veranstaltung. Mit so etwas habe ich in den kühnsten Träumen nicht gerechnet", erklärte Andreas Kroll, Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart, von der das dreitägige Event organisiert worden ist. Seine Aussage wollte er gleichermaßen auf die Atmosphäre und den hochklassigen Sport bezogen wissen. "Das war eine einmalige Stimmung, wie wir sie bei den rund 400 Veranstaltungen in der Porsche-Arena bisher nur ganz selten hatten", freute sich Kroll. "Wenn es mal wieder die Chance gibt, die WM in Stuttgart zu haben, werden wir uns sicher bewerben."
Eine Ankündigung, die Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), mit Wohlwollen zur Kenntnis nahm. "Was man hier gesehen hat, ist ein besonders sympathisches Gesicht des Radsports", so der ehemalige Spitzenpolitiker. Und natürlich war er auch von der Medaillenausbeute des deutschen Teams angetan. Scharping vermochte das Abschneiden der BDR-Mannschaft allerdings richtig einzuordnen. "Wir haben ein Interesse daran, dass unsere Konkurrenz stärker wird. Wir wollen, dass der Hallenradsport stärker internationalisiert wird", so Scharping. Ein wichtiger Schritt dahin sei die Aufnahme in das Programm der World Games. Darum bemühe man sich unter der Federführung des Radsport-Weltverbandes UCI. "Wenn dann Stuttgart in ein paar Jahren vielleicht erneut Ausrichter der WM sein wird, dann ist sicher niemand böse, wenn noch ein paar Nationen mehr dabei sind", vermutet Scharping.
Ein Kritikpunkt war der an allen Tagen frühe Beginn der Wettkämpfe und die teilweise langen Pausen im Programm. Am Samstagabend zum Beispiel lagen zwischen den Wettkämpfen und dem Abendprogramm über zwei Stunden. "Das war auch den Wünschen des Fernsehens geschuldet", erklärte WM-Generalsekretär Rolf Schneider von in.Stuttgart. "Das ist ein Spagat, den wir schaffen mussten."
Gäubote: Kurioser Abgang des Weltmeisters
Kurioser Abgang des Weltmeisters
Kunstradfahren - David Schnabel (Niedernberg) und Denise Boller (Österreich) heißen die Weltmeister 2010 in den Einer-Wettbewerben. Schnabel setzte sich mit neuem Weltrekord von 206,57 Punkten durch.Robert Stadthagen - Gäubote 29.11.2010
Schnabels Auftritt war gleich in doppelter Hinsicht kurios. Denn erstens verließ der zurzeit scheinbar unschlagbare Top-Athlet nach seiner Gala-Vorstellung die Wettkampffläche auf der falschen Seite und verschwand in den Katakomben der Halle. Die bei Bundes-Co-Trainerin Sonja Bissinger-Kaiser positionierten Fotografen hatten ebenso das Nachsehen wie sie. Ein absurdes Szenario. Trainerin, Funktionäre, Kameraleute und Journalisten machten sich im Laufschritt auf die Verfolgung. Offenbar wollte der Goldmedaillen-Gewinner dem Trubel auf schnellstmöglichem Wege entfliehen.
Kuriosum Nummer zwei: Schnabels 206,57 Punkte wurden in der Stuttgarter Porsche-Arena als Weltrekord gefeiert. Merkwürdig: Hatte der Athlet doch vor fünf Wochen bei der deutschen Meisterschaft in Hamburg 206,73 Punkte ausgefahren. Bundestrainer Dieter Maute sorgte für Aufklärung. "Für einen offiziellen Weltrekord muss das Kampfgericht international besetzt sein", so Maute. Und das ist naturgemäß bei nationalen Titelkämpfen nicht der Fall.
Florian Blab (RV Ailingen) kam erneut nicht an Schnabel vorbei. Da halfen auch seine ganz starken 200,16 Punkte nichts. Zum vierten Mal wurde der Baden-Württemberger Zweiter hinter dem jetzt fünffachen Weltmeister David Schnabel. Die Bronzemedaille sicherte sich Hang Cheong Wong aus Hongkong mit 160,30 Zählern und einem Asienrekord.
Die Einer-Konkurrenz der Frauen war der einzige Kunstrad-Wettbewerb, in dem ein ausländischer Sportler in die Phalanx des deutschen Teams einbrechen konnte. Die Österreicherin Denise Boller holte mit 170,63 Punkten die Goldmedaille vor Marion Kleinschwärzer (Burghausen), die 165,64 Zähler ausfuhr. Titelverteidigerin Corinna Hein (Mörfelden) stürzte in der Schlussphase ihrer Kür und wurde mit 157,82 Punkten Dritte. Minutenlang schien gar nicht klar, ob sie noch einmal auf das Rad steigen würde, um ihre Kür zu beenden. Dann aber rang sich die sichtlich geschockte Titelverteidigerin doch zum erneuten Ansetzen der Übung durch.
Bundestrainer Dieter Maute zog trotz der verpassten Goldmedaille ein positives Fazit. "Denise war heute besser, ansonsten ist es für uns optimal gelaufen. Bei den Damen war das heute mal ein Tag, der nicht perfekt gelaufen ist. Da müssen wir uns aber nicht grämen, es kommen auch wieder andere Tage." Mit dieser Hoffnung wird ganz sicher auch Corinna Hein am Sonntagabend die Porsche-Arena verlassen haben
Gäubote: Fantastische Werbung für den Hallenradsport
Fantastische Werbung für den Hallenradsport
Die Organisatoren haben die ausgezeichneten Rahmenbedingungen geschaffen. Unter diesen Umständen können Sportler Top-Leistungen bringen. Die fachkundigen und fairen Fans haben als Stimmungsmacher für eine grandiose Atmosphäre in der Porsche-Arena gesorgt.
Die Medaillen-Ausbeute für das deutsche Team war erwartet hoch. Die Kunstradfahrer sind der großen Masse der ausländischen Konkurrenten zu weit entfernt, als dass bei der Vergabe der vordersten Plätze große Spannung aufkommen könnte. Lediglich im Einer der Frauen ging die Goldmedaille nicht an die Gastgeber. Deshalb ist es richtig, wenn BDR-Präsident Rudolf Scharping fordert, dass die Konkurrenz weiter aufschließen müsse. Nur dann lässt sich der Sport international aufwerten. Die deutsche Ein-Land-Show um Gold und Silber ist auf Dauer nicht nur eintönig. So gewinnt man bei aller von Deutschland geleisteten Entwicklungshilfe in diesem Sport auf internationaler Ebene keine Mitstreiter.
Ein ganz wichtiger Faktor für die Stimmung bei einer Weltmeisterschaft ist der Radball. Insofern war es wichtig, dass die beiden Gärtringer Uwe Berner und Matthias König als deutsche Mannschaft bis zum Ende des Turniers im Rennen um den Titel geblieben sind. Die Halle bebte bei ihren Auftritten. Trotz anfänglicher Nervosität haben sie es geschafft, dem großen Druck standzuhalten. Dass sie am Ende den Titel geholt haben, war das Sahnehäubchen auf eine atemberaubende WM.
Lesen Sie dazu die Artikel auf dieser und der folgenden Seite
Von Robert Stadthagen
Telefon 0 70 32 / 95 25 - 221
Gäubote: Erster WM-Titel für Soika und Wurster
Erster WM-Titel für Soika und Wurster
Robert Stadthagen - Gäubote 29.11.2010
Katharina Wurster und Jasmin Soika hatten im Finale der besten vier Teams kaum ihre Kür beendet, das standen sie auch schon zum Interview vor der Fernsehkamera. "Ich wusste gar nicht, was ich sagen soll. Und das geht mir immer noch so", erklärte die 22-Jährige wenig später.
Einen Favoriten gab es vor dem Zweier-Wettbewerb der Frauen nicht. Das Rennen zwischen Soika/Wurster auf der einen und Katrin Schultheis/Sandra Sprinkmeier (Mainz-Ebersheim) auf der anderen Seite war völlig offen. Doch schon in der Vorrunde zeichnete sich eine klare Tendenz ab. Während Soika und Wurster 154,47 der von ihnen aufgestellten 163,00 Punkte ins Ziel brachten, hatte den Konkurrentinnen irgendjemand eine gebrauchte Kür angedreht. 121,44 von 164,10 Punkten waren indiskutabel. Seinen Beginn nahm das Drama mit dem einen verpatzten Lenkerhandstand von Sprinkmeier. Danach waren beide völlig von der Rolle.
Die spannende Frage war, wie die beiden Titel-Verteidigerinnen dieses Malheur bis zum Finale verkraftet haben würden. "Wir haben das eigentlich schnell abgehakt. Wir haben uns gut gefühlt", so Sprinkmeier. Doch auch im Finale musste sie beim Handstand vom Rad. Mit 142,58 Punkten nahm das Mainzer Duo zunächst auf der Couch der Führenden Platz. Doch Soika/Wurster ließen sich den Titel nicht nehmen. Daran konnte auch Wursters Patzer bei der Kehrstandsteiger-Standdrehung nichts ändern. Am Ende leuchteten am Videowürfel in der Porsche-Arena 149,70 Punkte auf - das bedeutete die Goldmedaille. Bronze ging an das schweizerische Duo Barbara Morf/Nina Bommeli, die 117,76 Punkte ausfuhren.
Gäubote: Hallenradsport: Ehrenamtliche aus dem Gäu in wichtigen Funktionen
WM mit deutlicher Gärtringer Note
Hallenradsport: Ehrenamtliche aus dem Gäu in wichtigen Funktionen
Der Delegationsleiter der Tschechen hat die eingereichte Punktzahl eines schweizerischen Sportlers beanstandet. "Die Punktzahlen dürfen nach Ende der offiziellen Meldefrist zwar nach unten, aber nicht mehr nach oben korrigiert werden", erklärt Kimmerle und macht sich aus dem Staub. Als Technischer Delegierter des Radsport-Weltverbandes UCI ist Kimmerle ein gefragter Mann.
Der Gärtringer hat an zahlreichen Vorbereitungs-Sitzungen des Organisationskomitees in Stuttgart teilgenommen, seit dem vergangenen Dienstag war er permanent unten. Wie die gesamte deutsche Delegation war er in einem Hotel direkt neben der Porsche-Arena untergebracht. "Ich wollte von Anfang an dabei sein, wenn die Wettkampffläche verlegt wird", so Kimmerle. "Nur so kann ich notfalls sofort eingreifen." Er ist für den reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe verantwortlich. Und diesen Job nimmt er sehr ernst. Aber auch mit der notwendigen Gelassenheit. So schnell bringt man Kimmerle nicht aus der Ruhe. Die Zahl "seiner" Weltmeisterschaften hat er nicht genau im Kopf. "Ich liege irgendwo zwischen zehn und 15", meint er. Da stellt sich irgendwann Routine ein. Das heißt aber noch lange nicht, dass Kimmerle keine Gänsehaut mehr bekommt, wenn die Halle kocht. "Ist doch klar bei der Stimmung, und wenn unsere Gärtringer Radballer dabei sind", meint der Funktionär. Über Hartmut Kimmerle hinaus steckte bei dieser Weltmeisterschaft viel Gärtringen drin, wo Stuttgart draufstand. "Das würde hier auch ohne uns laufen", sagt Evelyn Kimmerle. Mag sein, aber vielleicht nicht so gut. Die Ehefrau von Hartmut Kimmerle schmeißt mit den beiden Gärtringerinnen Monika Drexler und Silke Klischat die Permanence. In ihrem Büro laufen alle Fäden zusammen. Hier haben die Delegationsleiter aus den 21 teilnehmenden Nationen ihre Postfächer, die Wettkampfrichter bekommen hier ihre Informationen und auch der Fahrdienst wird von hier aus organisiert. Und an diesem Punkt kommt Uwe Nonnenmacher ins Spiel. Der Gärtringer ist seit der vergangenen Woche im Dienste der WM unterwegs. Nonnenmacher ist immer auf dem Sprung. Er hat viele Athleten vom Flughafen in Stuttgart und Frankfurt geholt und wird sie dort auch wieder abliefern.
Und dann ist da ja noch Siegfried Bengel. Der Radball-Jugend-Landestrainer hat seine Kaderathleten für die WM zusammengetrommelt. Die Nachwuchssportler waren als Balljungen hinter den Toren postiert und helfen bei den Umbauten in der Halle zwischen den Disziplinen. Dazu kamen freiwillige WM-Helfer aus Gärtringen und Deckenpfronn. ROBERT STADTHAGEN - Gäubote 29.11.2010
Gäbuote: Ein starker Hauch von Pferdeduft in der Luft
Ein starker Hauch von Pferdeduft in der Luft
Hallenradsportszene: In der Trainingshalle der WM standen in der vergangenen Woche Stallboxen
Publikumslieblinge - Nicht immer üben jene Sportler die größte Faszination auf das Publikum aus, die auch am erfolgreichsten sind. Nehmen wir zum Beispiel die beiden kanadischen Kunstradfahrer Yohann Trepanier und Francis Godbois. Beide studieren Zirkusartistik und sind mit ihren Punktzahlen radsportlich betrachtet Lichtjahre von der Weltspitze entfernt. Und wen juckt das? Trepanier zumindest nicht. "Ich liebe diesen Sport, möchte dazulernen und mich mit Kunstradfahrern aus aller Welt austauschen", sagt der 22-Jährige. Die ganz große Kunstradschule war es nicht, die die beiden Artisten aus Übersee in der Porsche-Arena auf das Parkett zauberten. Und doch gehörten ihnen die Sympathien der Zuschauer. Der 20 Jahre alte Godbois machte nach seinem Einmarsch in die Halle zur Vorstellung erst einmal eine Art Salto über sein abgestelltes Rad. Trepanier balancierte sein Sportgerät nach Abschluss seiner Kür auf dem Kinn. Das sorgte am Tisch der Wertungsrichter für offene Münder. Und das waren beileibe noch nicht alle unkonventionellen Aktionen der beiden Stimmungskanonen. Fleißig verkauften sie in der Porsche-Arena T-Shirts. Die aus finanziellen Gründen ohne Trainer angereisten Sportler verdienten sich auf diese Art und Weise einen Zuschuss zu den Reisekosten. Trepanier und Godbois verschwanden am Freitagnachmittag in einer Traube von Menschen. Nicht alle wollten ein T-Shirt erwerben. Es scharten sich auch auffällig viele junge Autogrammjägerinnen um die beiden Männer. Bleibt festzustellen: Die Charmeoffensive aus Kanada hat voll eingeschlagen.
Tierisch - Kein Athlet, der beim Betreten der Trainingshalle bei der WM nicht irritiert die Nase gerümpft hätte. "Da stinkt es gewaltig nach Pferd", meinte der Gärt ringer Radballer Matthias König. In der Tat, der intensive Geruch ließ sich nur schwerlich verleugnen. Ein Wunder ist es nicht, dass mit einer besonderen Duftnote trainiert werden musste. Am Wochenende vor der Hallenradsport-Weltmeisterschaft fand in der Stuttgarter Schleyerhalle das internationale Reitturnier German Masters statt. Und dort, wo jetzt die Trainingsfläche lag, standen vor wenigen Tagen noch Stallboxen. Außer des Geruchs kann man nichts Negatives sagen. Sauber rausgefegt haben die Reitersleute. Letztlich haben die Radsportler noch Glück gehabt. Die Porsche-Arena diente während der Spring- und Dressurwettbewerbe in der vergangenen Woche als Abreitehalle. Dort konnte man schnuppern wo man wollte: Weit und breit kein Gaul zu riechen.
Ohne Rad - Am Stand der Deutschen Sporthilfe präsentierten sich im Laufe der drei WM-Tage prominente Sportler aus anderen Sportarten. Zum Beispiel der Handballer Lars Kaufmann von Frisch Auf Göppingen. Bekanntermaßen liegt der Hüne zurzeit aufgrund einer komplizierten Schulterverletzung auf Eis. Wie es dazu gekommen sei, wollte die Hallensprecherin in einem kurzen Interview auf der Wettkampffläche von Kaufmann wissen. Der Handballer gestand unter dem Gelächter des Publikums, dass er mit dem Fahrrad gestürzt sei. Zur Halle war der Profi mit dem Auto gekommen. Sicher ist sicher.
Einladung ausgeschlagen - Gerne hätten die Verantwortlichen des Radsport-Weltverbandes UCI und des Bundes Deutscher Radfahrer Ron Froehlich in Stuttgart begrüßt. Der Mann ist Präsident der IWGA, jener Gesellschaft, die die World Games ausrichtet. Eben dort möchte der Hallenradsport in Zukunft vertreten sein (wir berichteten). Der US-Amerikaner sparte sich den Weg. "Er hat uns abgesagt", meinte BDR-Vizepräsident Harry Bodmer am Samstag. Die Sportler äußerten sich positiv zu den Bemühungen des Verbandes. "Es wäre schön, wenn unser Sport irgendwann olympisch wäre", meinte Sandra Sprinkmeier aus Mainz. ROBERT STADTHAGEN - Gäubote 29.11.2010
Gäbuote: Ein starker Hauch von Pferdeduft in der Luft
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Hallenradsportszene: In der Trainingshalle der WM standen in der vergangenen Woche Stallboxen
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Tierisch - Kein Athlet, der beim Betreten der Trainingshalle bei der WM nicht irritiert die Nase gerümpft hätte. "Da stinkt es gewaltig nach Pferd", meinte der Gärt ringer Radballer Matthias König. In der Tat, der intensive Geruch ließ sich nur schwerlich verleugnen. Ein Wunder ist es nicht, dass mit einer besonderen Duftnote trainiert werden musste. Am Wochenende vor der Hallenradsport-Weltmeisterschaft fand in der Stuttgarter Schleyerhalle das internationale Reitturnier German Masters statt. Und dort, wo jetzt die Trainingsfläche lag, standen vor wenigen Tagen noch Stallboxen. Außer des Geruchs kann man nichts Negatives sagen. Sauber rausgefegt haben die Reitersleute. Letztlich haben die Radsportler noch Glück gehabt. Die Porsche-Arena diente während der Spring- und Dressurwettbewerbe in der vergangenen Woche als Abreitehalle. Dort konnte man schnuppern wo man wollte: Weit und breit kein Gaul zu riechen.
Ohne Rad - Am Stand der Deutschen Sporthilfe präsentierten sich im Laufe der drei WM-Tage prominente Sportler aus anderen Sportarten. Zum Beispiel der Handballer Lars Kaufmann von Frisch Auf Göppingen. Bekanntermaßen liegt der Hüne zurzeit aufgrund einer komplizierten Schulterverletzung auf Eis. Wie es dazu gekommen sei, wollte die Hallensprecherin in einem kurzen Interview auf der Wettkampffläche von Kaufmann wissen. Der Handballer gestand unter dem Gelächter des Publikums, dass er mit dem Fahrrad gestürzt sei. Zur Halle war der Profi mit dem Auto gekommen. Sicher ist sicher.
Einladung ausgeschlagen - Gerne hätten die Verantwortlichen des Radsport-Weltverbandes UCI und des Bundes Deutscher Radfahrer Ron Froehlich in Stuttgart begrüßt. Der Mann ist Präsident der IWGA, jener Gesellschaft, die die World Games ausrichtet. Eben dort möchte der Hallenradsport in Zukunft vertreten sein (wir berichteten). Der US-Amerikaner sparte sich den Weg. "Er hat uns abgesagt", meinte BDR-Vizepräsident Harry Bodmer am Samstag. Die Sportler äußerten sich positiv zu den Bemühungen des Verbandes. "Es wäre schön, wenn unser Sport irgendwann olympisch wäre", meinte Sandra Sprinkmeier aus Mainz. ROBERT STADTHAGEN - Gäubote 29.11.2010
Gäubotz
Ein starker Hauch von Pferdeduft in der Luft
Hallenradsportszene: In der Trainingshalle der WM standen in der vergangenen Woche Stallboxen
Publikumslieblinge - Nicht immer üben jene Sportler die größte Faszination auf das Publikum aus, die auch am erfolgreichsten sind. Nehmen wir zum Beispiel die beiden kanadischen Kunstradfahrer Yohann Trepanier und Francis Godbois. Beide studieren Zirkusartistik und sind mit ihren Punktzahlen radsportlich betrachtet Lichtjahre von der Weltspitze entfernt. Und wen juckt das? Trepanier zumindest nicht. "Ich liebe diesen Sport, möchte dazulernen und mich mit Kunstradfahrern aus aller Welt austauschen", sagt der 22-Jährige. Die ganz große Kunstradschule war es nicht, die die beiden Artisten aus Übersee in der Porsche-Arena auf das Parkett zauberten. Und doch gehörten ihnen die Sympathien der Zuschauer. Der 20 Jahre alte Godbois machte nach seinem Einmarsch in die Halle zur Vorstellung erst einmal eine Art Salto über sein abgestelltes Rad. Trepanier balancierte sein Sportgerät nach Abschluss seiner Kür auf dem Kinn. Das sorgte am Tisch der Wertungsrichter für offene Münder. Und das waren beileibe noch nicht alle unkonventionellen Aktionen der beiden Stimmungskanonen. Fleißig verkauften sie in der Porsche-Arena T-Shirts. Die aus finanziellen Gründen ohne Trainer angereisten Sportler verdienten sich auf diese Art und Weise einen Zuschuss zu den Reisekosten. Trepanier und Godbois verschwanden am Freitagnachmittag in einer Traube von Menschen. Nicht alle wollten ein T-Shirt erwerben. Es scharten sich auch auffällig viele junge Autogrammjägerinnen um die beiden Männer. Bleibt festzustellen: Die Charmeoffensive aus Kanada hat voll eingeschlagen.
Tierisch - Kein Athlet, der beim Betreten der Trainingshalle bei der WM nicht irritiert die Nase gerümpft hätte. "Da stinkt es gewaltig nach Pferd", meinte der Gärt ringer Radballer Matthias König. In der Tat, der intensive Geruch ließ sich nur schwerlich verleugnen. Ein Wunder ist es nicht, dass mit einer besonderen Duftnote trainiert werden musste. Am Wochenende vor der Hallenradsport-Weltmeisterschaft fand in der Stuttgarter Schleyerhalle das internationale Reitturnier German Masters statt. Und dort, wo jetzt die Trainingsfläche lag, standen vor wenigen Tagen noch Stallboxen. Außer des Geruchs kann man nichts Negatives sagen. Sauber rausgefegt haben die Reitersleute. Letztlich haben die Radsportler noch Glück gehabt. Die Porsche-Arena diente während der Spring- und Dressurwettbewerbe in der vergangenen Woche als Abreitehalle. Dort konnte man schnuppern wo man wollte: Weit und breit kein Gaul zu riechen.
Ohne Rad - Am Stand der Deutschen Sporthilfe präsentierten sich im Laufe der drei WM-Tage prominente Sportler aus anderen Sportarten. Zum Beispiel der Handballer Lars Kaufmann von Frisch Auf Göppingen. Bekanntermaßen liegt der Hüne zurzeit aufgrund einer komplizierten Schulterverletzung auf Eis. Wie es dazu gekommen sei, wollte die Hallensprecherin in einem kurzen Interview auf der Wettkampffläche von Kaufmann wissen. Der Handballer gestand unter dem Gelächter des Publikums, dass er mit dem Fahrrad gestürzt sei. Zur Halle war der Profi mit dem Auto gekommen. Sicher ist sicher.
Einladung ausgeschlagen - Gerne hätten die Verantwortlichen des Radsport-Weltverbandes UCI und des Bundes Deutscher Radfahrer Ron Froehlich in Stuttgart begrüßt. Der Mann ist Präsident der IWGA, jener Gesellschaft, die die World Games ausrichtet. Eben dort möchte der Hallenradsport in Zukunft vertreten sein (wir berichteten). Der US-Amerikaner sparte sich den Weg. "Er hat uns abgesagt", meinte BDR-Vizepräsident Harry Bodmer am Samstag. Die Sportler äußerten sich positiv zu den Bemühungen des Verbandes. "Es wäre schön, wenn unser Sport irgendwann olympisch wäre", meinte Sandra Sprinkmeier aus Mainz. ROBERT STADTHAGEN -gäubote 29-11-2010
Gäubote: Kunstradfahren: Katharina Wurster wird heute bei der WM von der Verwandtschaft aus dem Gäu unterstützt
Familien-Treffen in der Porsche-Arena
Kunstradfahren: Katharina Wurster wird heute bei der WM von der Verwandtschaft aus dem Gäu unterstützt
"Das sind 140 Kilometer einfach", sagt sie. Zwei Jahre lang hat die Studentin diesen Weg mehrfach pro Woche auf sich genommen. "Aber wir wollten in der Woche eben viermal aufs Rad", sagt die 22-jährige Kunstradfahrerin vom SV Mergelstetten. Ihre Partnerin Jasmin Soika nickt. "Ich war zwei Jahre später dran mit dem Abitur." Also war es an Wurster, die Distanz zu überbrücken.
Diese Tortur ist inzwischen ausgestanden. Auch die 21-jährige Soika studiert inzwischen in Tübingen. Was noch lange nicht bedeutet, dass die beiden jetzt keinen Stress mehr haben. Während Wurster sich den Tag über mit internationaler Betriebswirtschaft und Sportmanagement beschäftigt, studiert Soika Erziehungswissenschaft. Vor jedem Semester brüten die beiden Sportlerinnen zusammen über den Vorlesungsverzeichnissen und basteln sich ihre Wochenpläne so zusammen, dass das gemeinsame Training problemlos möglich ist. Von der Uni gehts zusammen nach Bonlanden, wo das Duo inzwischen bei Simon Altvater und Katja Knaack trainiert. "Da fahren wir nur eine halbe Stunde", meint Wurster erleichtert.
Kurze Wege hat sie durch das Studium auch in das Gäu. Das ist nicht ganz unwichtig. Denn in Ehningen, Unterjettingen und Herrenberg wohnt ein Großteil der Verwandtschaft der jungen Frau. Wie praktisch, da kann man ab und zu auf einen Kaffee vorbeischauen. Katharina Wurster grinst ein wenig verlegen. "Na ja. Es ist nicht so, dass ich jede Woche dort vorbeifahre", gibt sie zu. In Herrenberg wurde sie 1988 geboren, bis zum vierten Lebensjahr ist sie in Ehningen aufgewachsen. Dann zog es ihren Vater aus beruflichen Gründen nach Heidenheim. Bei der Hallenradsport-Weltmeisterschaft kommt es zu einer Art Familientreffen. Neben der Familie aus Heidenheim hat sich auch der Anhang aus dem Gäu mit Tickets versorgt. Dazu kommen Freunde aus Tübingen und dem Heimatverein Mergelstetten. "Um die 100 Fans werden es wohl insgesamt sein. Das ist schon cool", freut sich Wurster.
Am vergangenen Mittwoch haben sie und Soika zum ersten Mal auf dem Parkett in der Porsche-Arena ihre Runden gedreht. Vor leeren Tribünen zwar, aber einen Eindruck von den Dimensionen der Arena bekamen sie schon einmal. "Das wird bestimmt hammergeil", meint Wurster. Passender kann man es vermutlich nicht formulieren. "Es ist schön, dass so viele Leute da sind." Kein Nervenflattern? "Nervös ist man bei einer Weltmeisterschaft ohnehin", meint Wurster.
Eine Medaille hat das Duo vor dem Start im Prinzip sicher. Die Entscheidung um Gold wird im Kampf mit dem zweiten deutschen Paar fallen. Vor fünf Wochen bei der deutschen Meisterschaft haben Katrin Schultheis und Sandra Sprinkmeier aus Mainz-Ebersheim das Nachsehen gehabt. In Hamburg standen Soika/Wurster ganz oben auf dem Treppchen. Bei den Weltmeisterschaften 2007 und 2008 war es umgekehrt, für Portugal hatten sich die beiden Studentinnen im vergangenen Jahr nicht qualifiziert.
Wie das Duell diesmal ausgeht? Nicht einmal Bundestrainer Dieter Maute traut sich eine echte Prognose zu. "Beide sind absolut auf Augenhöhe. Vielleicht haben Katharina und Jasmin den Vorteil des He rausforderers", orakelt Maute. Die aufgestellten Punktzahlen der beiden Teams liegen derart eng beieinander, dass Nuancen den Ausschlag geben werden, wenn sich keines der beiden Duos am heutigen Samstag dicke Schnitzer leistet. "Die anderen beiden sind auch sehr stark. Die Tagesform wird entscheiden", ist sich Jasmin Soika sicher. ROBERT STADTHAGEN - Gäubote 27.11.2010
KRZ: Zwischen Déjà vu und Edelfans
Zwischen Déjà vu und Edelfans
Radball: Rund um die WM
Von Sandra Funk - Kreiszeitung 29.11.2010
STUTTGART/GÄRTRINGEN. Mit der Goldmedaille haben die Gärtringer Radballer Uwe Berner und Matthias König ihren WM-Traum wahr gemacht. Doch diese Tatsache war nicht die einzige nennenswerte Begebenheit während den drei WM-Tagen in der Stuttgarter Porsche-Arena.
Schlachtenbummler: Die hatte der RV Gärtringen für seine beiden Radballer zuhauf mobilisiert. Rund 200 Anhänger von Uwe Berner und Matthias König, zum Teil eigens mit einem WM-Shirt ausgestattet, unterstützten ihre Gold-Jungs nach Kräften. RVG-Mitglied Otto Schrade war sogar aus Klagenfurt angereist. Er hat die Gärtringer Erfolgsgeschichte quasi mitgeschrieben, denn er ist als erster Radballer, der für den RVG ein Tor geschossen hat, in die Annalen des Vereins eingegangen.
Kreisvertreter (I): Böblinger waren gestern in der Porsche-Arena vielleicht nicht in der Überzahl, doch einige waren schon dabei, zum Teil auch prominente. Da verfolgte beispielsweise Hans Drexler, ehemaliger Vorsitzender des Sportkreises Böblingen und Chef des Vereins, über den im Jahr 2000 die Hallenrad-WM in Böblingen auf die Beine gestellt wurde, interessiert jeden einzelnen Wettkampf, um am Ende bei den Siegerehrungen seines Amtes als Flaggenhisser zu walten. "Schon unglaublich, das ist Hochleistungssport", schwärmte Drexler und lobte die tolle Atmosphäre in der Halle. Die genoss auch Gärtringens Bürgermeister Michael Weinstein, der mit seiner Lebensgefährtin an allen drei Veranstaltungstagen in der Halle saß und die deutschen Radballer lautstark anfeuerte.
Kreisvertreter (II): Mit Radball hat Robin Hartmann zwar nicht allzu viel zu tun, doch als Ersatzfahrer für die beiden deutschen Vertreter im Einer-Kunstrad der Männer war Anwesenheit gewissermaßen Pflicht. Und nicht nur das: Von Freitagmorgen bis gestern Abend moderierte der Kunstrad-Weltmeister aus dem Jahr 2007 vom RV Nufringen gemeinsam mit Martin Rominger, der den Titel in der Vergangenheit bereits mehrfach holte, für die Live-Übertragung im Internet. "Am Anfang war es ein bisschen seltsam, aber am Ende habe ich einfach drauflos geredet", erzählte der Nufringer, der sich auch über den Sieg von Katharina Wurster im Zweier der Frauen freute. Denn als gebürtige Herrenbergerin haben beide fast die gleichen Wurzeln.
Kreisvertreter (III): Und noch ein weiterer Sportler aus dem Kreis Böblingen wirkte an der Hallenrad-WM in Stuttgart mit: Carlos Prieto, der sonst für den VfL Sindelfingen die Radballschuhe schnürt. Gemeinsam mit Florencio Monge war er in der Radball-Gruppe B für sein Heimatland Spanien an den Start gegangen und holte unter acht Mannschaften einen achtbaren dritten Platz.
Déjà vu: Das hatte Sandro Lomuscio, Trainer von Uwe Berner und Matthias König, am gestrigen Sonntag. "Es kommt halt alles wieder", meinte er lachend. Vor zehn Jahren hatte er mit seinem Bruder in Böblingen die Goldmedaille geholt, und auch damals waren Deutschland, die Schweiz und Österreich bis ins Halbfinale gekommen. "Und der Schiedsrichter war auch derselbe wie heute." Offensichtlich hat's Glück gebracht.
Torschützenkönig: Mit sage und schreibe 17 Treffern hatte Matthias König nicht nur maßgeblich zum WM-Titel beigetragen, sondern sich damit auch noch den Titel des Torschützenkönigs der WM geholt. Kein anderer traf so oft, und dafür gab es die Torschützenkanone, eine Trophäe, die sicher neben der Medaille einen Ehrenplatz erhalten wird.
Versprechen: Nachdem sich die erste Freude bei Matthias König und Uwe Berner gelöst hatte gab's noch ein Versprechen. Nach den endlosen Interviews, Glückwünschen und Autogramm-Einheiten verabschiedeten sich die Gärtringer mit der guten Nachricht, auch im nächsten Jahr dem ebenso rasanten wie knallharten Radball-Sport zur Verfügung zu stehen. Auch wenn Bundestrainer Jürgen King relativierte: "Einen derartigen Trainingsaufwand können sich die beiden kaum ein zweites Mal leisten, auch wenn sie Unmengen an Selbstvertrauen getankt haben."
Stammkneipe: Ob die Siegesfeier gestern Abend ebenfalls Geschichte geschrieben hat? Gefeiert wurde jedenfalls kräftig. Direkt aus der Porsche-Arena ging es für die Sportler und Fans ins Gärtringer Eck.
KRZ: Radball: Uwe Berner und Matthias König holen bei der Hallenradsport-Weltmeisterschaft in der Stuttgarter Porsche-Arena den Titel
Gärtringer Duo krönt Heimspiel mit Gold
Radball: Uwe Berner und Matthias König holen bei der Hallenradsport-Weltmeisterschaft in der Stuttgarter Porsche-Arena den Titel
6000 Zuschauer rissen die Arme in die Höhe und jubelten, als die Uhr nach dem Finale den Schluss einer tollen Hallenradsport-WM in der Stuttgarter Porsche-Arena markierte. Vor allem die Fans aus Gärtringen hatten Grund zum Feiern: Ihre Radballer Uwe Berner und Matthias König hatten Gold geholt.
Von Sandra Funk und Johann Rumpl - Kreiszeitung 29.11.2010
STUTTGART. "Ich weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll", war Matthias König nach dem Titelgewinn völlig sprachlos. Nicht nur er, auch Bundestrainer Jürgen King hatte nach dem verkorksten Samstag mit der Niederlage gegen Tschechien und dem langen Rückstand gegen Frankreich nicht mehr daran geglaubt, dass die Gärtringer bei ihrer Heim-WM noch den Titel holen könnten. Doch der Reihe nach:
Deutschland - Belgien 7:3: Zum ersten Mal bebte die Porsche-Arena im ersten Vorrundenspiel der Deutschen am Freitag - spätestens nach der schnellen 2:0-Führung von Berner/König. Dann verkürzten die Belgier auf 1:2, und beide Teams tasteten sich danach ab. Kurz vor der Pause erzielte Uwe Berner durch einen verdeckten Schuss das 3:1. Vom Anspiel zur zweiten Hälfte an verkürzten Baudu/Deuvaert erneut. Doch die Gärtringer ließen sich davon nicht verunsichern. Nach zwei Toren bogen das deutsche Duo endgültig auf die Siegerstraße ein.
Deutschland - Tschechien 2:3: In ihrem ersten Spiel am Samstag hatten Berner/König Probleme, sie kamen nicht auf Touren. Tschechien ging durch eine präzisen Eckball mit 1:0 in Führung. Zu Beginn des zweiten Abschnitts profitierte Matthias König von einer Fehlabgabe und glich aus. Dann verwandelte Jiri Hrdlicka erneut einen Eckball direkt und zwei Minuten vor Schluss die Entscheidung für den Weltmeister von 2008 - 1:3. Matthias König gelang nur noch der Anschlusstreffer zum 2:3.
Deutschland - Österreich 3:2: Nach einem 0:1-Rückstand erzielte König nach einem Superpass von Uwe Berner den Ausgleich. Nur wenig später fiel das 2:1 für die beiden Gärtringer, wieder hatten sie einen Eckball zur Führung genutzt. Kurz nach der Pause sorgte Österreich mit einem Tretlagerroller für das 2:2. Doch Uwe Berner war wenig später hellwach und verwandelte einen vom österreichischen Keeper abprallenden Ball zur 3:2-Führung, die die Deutschen letztlich über die Zeit brachten.
Deutschland - Frankreich 6:2: Schock für Deutschland nach wenigen Minuten, der Hausherr lag prompt mit 0:2 zurück. So ging's auch in die Pause. Erst drei Minuten nach dem Seitenwechsel wachten die Gärtringer auf. Matthias König nutzte eine Fehlabgabe zum 1:2. Von nun ab gab's nur noch eine Richtung. Das französische Tor stand unter Dauerbeschuss, Berner glich mit einem Gewaltschuss aus. Frankreich war konsterniert, und Deutschland ließ vier weitere Tore zum deutlichen 6:2-Sieg folgen.
Deutschland - Schweiz 3:2: "Das ist das entscheidende Spiel", war für Sandro Lomuscio, Heimtrainer von Berner/König, die Brisanz durchaus bewusst. Die Gärtringer hatten es am Sonntagfrüh selbst in der Hand, ob sie sich als Vorrundensieger direkt fürs Halbfinale qualifizierten. Doch dafür musste mit der Schweiz erstmal der amtierende Weltmeister geschlagen werden. Berner/König gingen konzentriert an die Sache heran, keine Spur mehr von der Verunsicherung des Vortages. Ein Schuss von Uwe Berner aufs leere Tor ging zunächst vorbei, doch beim zweiten Mal machte er es besser und besorgte die Führung. Die nächste Chance: Eine Ecke - und damit hatten Berner/König in der Vergangenheit mehrfach Probleme. Doch beide waren auf den Punkt fit, überließen nichts dem Zufall, erhöhten vor der Halbzeit auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel nutzte Uwe Berner eine Unstimmigkeit in der Schweizer Abwehr und erhöhte auf 3:0. Doch die Eidgenossen steckten nicht auf, kamen bis kurz vor Schluss auf 2:3 heran. Die letzte Chance aus zwölf Metern war für den Gärtringer Torhüter Uwe Berner jedoch kein Problem mehr. Der Einzug ins Halbfinale war damit geschafft.
Deutschland - Schweiz 3:2: Auch im Halbfinale mussten die Gärtringer gegen die Schweiz ran, wollten an die guten Leistung aus dem ersten Spiel anknüpfen, was ihnen bravourös gelang. Keine 20 Sekunden waren gespielt, als Matthias König aus dem Nichts das 1:0 erzielte. Der Ausgleich ließ zwar nicht lange auf sich warten und die zwei Deutschen schienen zunehmend nervöser zu werden, doch nach einer tollen Parade von Uwe Berner im Tor gelang den beiden die bis dahin beste Kombination, die Matthias König zum umjubelten 2:1 nutzte. Kurz vor der Pause glich die Schweiz aus, doch Berner/König wollten sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Eine weitere überragende Kombination läutete den Siegtreffer von Matthias König ein. Jetzt konnte das Finale kommen.
Deutschland - Schweiz 3:1: Und schon wieder wartete die Schweiz, die sich zuvor gegen die Österreicher durchgesetzt hatte und nun gegen die Gärtringer ihren Titel verteidigen wollten. Doch gegen Uwe Berner und Matthias König war gestern kein Kraut gewachsen. Die Gärtringer Führung glichen die Schweizer zwar aus, doch die zweite Halbzeit gehörte Deutschland und vor allem den Fans in der Halle, die es nicht mehr auf ihren Plätzen hielt. Eine Ecke verwandelte Uwe Berner zum 2:1, Matthias König erhöhte mit einer tollen Aktion auf 3:1. Immer wieder bange Blicke auf die Uhr, die irgendwann die 10-Sekunden-Marke erreicht hatte. Gemeinsam zählten die 6000 Besucher in der Porsche-Arena die Sekunden runter. "Drei, zwei, eins - Deutschland ist Weltmeister!", war auch der Hallensprecher kaum mehr zu halten.
Erst das Weltcup-Finale nach Zlin, dann die große Feier in Gärtringen
Uwe Berner ließ sich erschöpft auf die Knie fallen, Matthias König riss die Arme in die Höhe. Sie hatten es geschafft. Nach WM-Silber im vergangenen Jahr - damals hatten sie ebenfalls dreimal gegen die Schweiz gespielt, aber dreimal verloren - durften sie voller Stolz die Goldmedaille von Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster in Empfang nehmen. "Ich hab' das noch gar nicht realisiert. Ich weiß nicht mal mehr, wie das Endspiel ausgegangen ist", konnte Matthias König sein Glück auch eine Stunde nach dem Finale nicht fassen.
Viel Zeit zum Ausruhen haben beide nicht, denn am Wochenende geht es zum Weltcup-Finale nach Zlin. "Äußerst ungünstig terminiert", sagte Matthias König, während er mit seiner Hand die Goldmedaille berührte. Der Weltcup-Sieg würde in die Reihe der Gärtringer Erfolge dieses Jahr auch noch passen. Doch dann sind zumindest ein paar Tage Regeneration angesagt. Und Freitag in einer Woche wird gefeiert, beim Empfang des RV Gärtringen und der Gemeinde. "Das haben sich die Jungs verdient", so Bundestrainer Jürgen King.
Freitag, 26.11.2010
Gäubote: Radball: Die Gärtringer Uwe Berner und Matthias König haben in Stuttgart alle Chancen auf den Titel
"Wir sind besser drauf, als vor der letzten WM"
Radball: Die Gärtringer Uwe Berner und Matthias König haben in Stuttgart alle Chancen auf den Titel
Robert Stadthagen - Gäubote 26.11.10
Die Form
Die beiden Gärtringer Radballer haben eine absolute Top-Saison gespielt. Neben dem Sieg im Deutschland-Pokal haben sie den Europa-Cup sowie beide Final-Five-Turniere gewonnen und sind nach zwei Siegen, einem zweiten sowie einem dritten Rang bei Weltcup-Turnieren als Führende in das Finale Anfang Dezember im tschechischen Zlin eingezogen. Vor fünf Wochen bei der deutschen Meisterschaft in Hamburg hatten Berner und König einen Durchhänger, erkämpften sich aber noch die Bronzemedaille. Wieder einmal kam das klare Signal: Wenn es darauf ankommt, sind die beiden Top-Radballer auf dem Posten. "Wir haben seit Juli alles dafür getan, um topfit zu sein. Wir haben viel trainiert, sind früh ins Bett gegangen, haben kaum Alkohol getrunken - wir sind voll da", sagt Uwe Berner und schiebt hinterher: "Wir sind besser drauf, als vor der letzten Weltmeisterschaft." Matthias König nickt zustimmend. "Das habe ich auch schon gedacht. Letztes Jahr bin ich am Ende echt auf den Felgen dahergekommen", sagt der 29-Jährige. "Die entscheidende Komponente wird aber der Kopf sein." Klar ist: Wer sich in der stärksten und ausgeglichensten Radball-Liga der Welt den WM-Startplatz sichert, gehört auf internationaler Ebene zu den Top-Favoriten. "Berner und König sind die kompletteste Mannschaft", sagt Radball-Bundestrainer Jürgen King aus Lauterbach.
Die Halle
Solch eine Kulisse haben Berner und König als Sportler noch nicht erlebt. Die Porsche-Arena wird vom heutigen Freitag bis zum Sonntag ausverkauft sein. Die Wettkampffläche verliert sich fast ein wenig in der Arena. "Geil, das ist schon sehr imposant", findet Uwe Berner. "Es war unser Ziel, hier die WM zu spielen. Jetzt sind wir vor 6 000 Zuschauern dabei. Damit haben wir schon viel erreicht", sagt Matthias König. "Das ist für uns wahrscheinlich eine einmalige Chance gewesen. Dafür müssten wir schon lange spielen, um so etwas noch einmal zu erleben", ist er sich sicher. Viele der Sportler werden mit der Masse an Zuschauern und der daraus resultierenden Atmosphäre in der Halle zu kämpfen haben. "Wir werden versuchen, den Druck so gut wie möglich von unseren Sportlern zu nehmen", sagt Harry Bodmer. Der ehemalige Kunstrad-Weltmeister aus Rottweil ist in Stuttgart Delegationsleiter des Bund Deutscher Radfahrer (BDR).
Die Gegner
"Wir kennen alle Gegner und wissen, wie sie spielen", sagt Uwe Berner. "Die Belgier sind auf dem Papier zum Auftakt ein leichter Gegner, aber auch gegen die kann man ruck, zuck verlieren", weiß der Gärt ringer Torspieler. "Wir sind heiß und aggressiv. Das werden die spüren." Christoph Baudu und Rik Deuvaert vom SNA Gent gelten allerdings nicht als die stärksten Konkurrenten. Die Belgier haben allenfalls Außenseiterchancen auf eine Medaille. Als größter Konkurrent auf den Titel gelten die Schweizer Peter Jiricek und Marcel Wal dispühl vom RV Winterthur. Jiricek ist in der Regel eine Bank, viel wird von seinem Partner abhängen. Torwart Waldispühl spielte vor einem Jahr in Portugal ein ganz starkes Turnier. "Ich glaube nicht, dass er noch einmal so auftrumpfen kann", sagt der deutsche Bundestrainer Jürgen King. Patrick Schnetzer und Dietmar Schneider vom österreichischen RC Höchst gehören zu den klaren Medaillen-Kandidaten. Schneider hat bei seinen bisher neun WM-Turnieren immer eine Medaille gewonnen, Gold war noch nicht dabei. Für den 17-jährigen Patrick Schnetzer ist es die erste WM bei der Elite. Immer auf dem Zettel haben muss man die tschechischen Routiniers Jiri Hrdlicka und Radim Hason vom SC Svitavka, die Weltmeister von 2008. Die beiden Franzosen Stephane Bauer und Frederic Doell vom VC Cronenbourg sind der krasse Außenseiter in der A-Gruppe. Sie werden wohl das Relegationsspiel zur B-Gruppe bestreiten.
Der Modus
Einfach ist das Verfahren wahrlich nicht. In der Vorrunde spielen alle sechs Mannschaften gegenein ander. Der Erste zieht direkt ins Halbfinale der besten Drei ein. Die Teams auf den folgenden vier Rängen qualifizieren sich für die Zwischenrunde, der Letzte geht in das Abstiegsspiel zur B-Gruppe. Im ersten Spiel der Zwischenrunde treffen der Zweite und der Fünfte der Vorrunde aufeinander. Der Sieger spielt im ersten Halbfinale gegen den Vorrunden-Ersten. Das zweite Zwischenrundenspiel bestreiten der Vorrunden-Dritte und -Vierte. Der Sieger trifft im zweiten Halbfinale auf den Verlierer der ersten Halbfinal-Begegnung. Der Verlierer dieses Duells gewinnt die Bronzemedaille. Die beiden Sieger der Halbfinalspiele bestreiten das Endspiel um WM-Gold.
KRZ: Radball: Die Gärtringer Uwe Berner und Matthias König wollen bei der WM in Stuttgart nach dem Vizetitel im vergangenen Jahr Gold holen
Den Druck in positive Kraft verwandeln
Radball: Die Gärtringer Uwe Berner und Matthias König wollen bei der WM in Stuttgart nach dem Vizetitel im vergangenen Jahr Gold holen
Am morgigen Freitag startet die Hallen-Radsport-WM in der Stuttgarter Porsche-Arena. Viele, insbesondere im Kreis Böblingen, werden die Wettkämpfe gespannt verfolgen, denn die Gärtringer Radballer Uwe Berner und Matthias König wollen nach Silber im vergangenen Jahr nun Gold holen.
Von Sandra Funk - Kreiszeitung25.11.10
GÄRTRINGEN. Wie es sich anfühlt, der Beste der Welt zu sein, weiß Sandro Lomuscio noch ganz genau. Mit seinem Bruder Michael feierte der Gärtringer vor zehn Jahren in der Böblinger Sporthalle, also quasi vor der eigenen Haustür, die Weltmeisterschaft im Radball. Ein Jahr später wiederholte das Brüderpaar diesen Erfolg im japanischen Kaseda-City. Nun fährt Sandro Lomuscio erneut zur Radball-WM, doch dieses Mal nicht im Spielertrikot, sondern als Trainer von Uwe Berner und Matthias König.
Bereits im vergangenen Jahr war das erfolgreiche Trio des RV Gärtringen international erfolgreich. Bei der Weltmeisterschaft im portugiesischen Tavira holten Berner/König die Silbermedaille. Die würden sie nun in der Heimat gerne vergolden. Doch der Weg zur WM war steinig, schließlich ist Deutschland in Sachen Radball eine echte Kaderschmiede, und so ist die Spitze mit vier, fünf beinahe gleichwertigen Teams breit gestreut. "Es ist doch toll, wenn wir so eine Qualität hier haben. Dennoch gab es für mich zu Berner/König keine Alternative", verrät Bundestrainer und selbst dreifacher Weltmeister Jürgen King.
So sieht das auch Sandro Lomuscio. Für ihn gehören die beiden klar zu den Favoriten. "Es ist ihre Art zu spielen, mit Aggressivität und einer gesunden Härte, dennoch variabel in der Geschwindigkeit", schwärmt der Trainer. Aber auch bei den Standards wie Freistößen oder Eckbällen müsse sich sein Team nichts vormachen lassen. Dennoch kann der Gärtringer nachvollziehen, wie groß der Druck auf die beiden inzwischen geworden ist. Die WM vor der eigenen Haustür - da möchten die Verantwortlichen beim Bund Deutscher Radfahrer natürlich auch einen deutschen Sieger sehen. "Ich weiß selbst wie das ist. Wir sind damals schon zwei Jahre vor der WM in Böblingen mit dem Thema konfrontiert worden", erinnert sich Sandro Lomuscio. Er wünscht seinen Schützlingen die Fähigkeit, mit diesem Druck positiv umgehen zu können, um daraus vielleicht sogar noch zusätzliche Kraft zu schöpfen.
Die letzten Wochen vor der WM hat das Duo nochmal richtig Gas gegeben. Einem Vorbereitungslehrgang folgte ein Weltcup in Höchst und im Anschluss wurde nochmal zwei Wochen richtig intensiv trainiert. Schließlich möchten Matthias König, der in seiner radballfreien Zeit als Sporttherapeut arbeitet und Uwe Berner, der bei der Gemeinde Ehningen angestellt ist, ihren zahlreichen Fans in der Porsche-Arena genügend Grund zum Jubeln geben.
Dienstag, 23.11.2010
KRZ: Kunstrad: Pokalwettbewerbe - Die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen
Die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen
Kunstrad: Pokalwettbewerbe
Kreiszeitung 23.11.10
KREIS BÖBLINGEN (red). Die Kunstradsportler aus dem Kreis Böblingen haben bei verschiedenen Pokalwettbewerben gute Leistungen gezeigt.
Überaus erfolgreich war das Magstadter Duo Bastian Kaschuba und Stephanie Hua auf der Bodenseeinsel Reichenau. Beim Inselpokal eroberten sie mit 92,34 Punkten Platz eins. Ebenso auf Platz eins landeten die deutschen Vizemeister im Schüler-Zweier Patrick Tisch und Jessica Beuttler (RV Magstadt/67,45). Nicht zufrieden war Kathrin Hartenbauer mit Platz zwei im Einer der Juniorinnen (Magstadt/117,98). Beim Internationalen Rebland-Pokal in Baden-Baden lief es für sie besser. Mit 120,34 Punkten holte sie sich den ersten Platz. Kaschuba/Hua siegten im Zweier abermals und verwiesen ihre Vereinskameraden und Nationalkaderfahrer Erik Farley und Jan Horstmann auf Platz zwei. im Schüler-Zweier siegten erneut Patrick Tisch und Jessica Beuttler (Magstadt/70,17). Im Einer der U10-Schüler gewann Simon Köcher vom RSV Öschelbronn mit 50,8 Punkten, die Vereinskameradinnen Ina Bühler und Selina Nüßle gewannen bei den U12-Mädchen im Zweier (33,10). Bei den U12-Mädchen schob sich Victoria Mau (Magstadt/75,9) im Einer auf Rang zwei, ebenfalls Zweite wurden die Vierer-Einrad-Juniorinnen des TSV Öschelbronn (73,06).
KRZ: Elisabeth Brandau steht für Erfolge
Elisabeth Brandau steht für Erfolge
Kreiszeitung 23.11..2010
SCHÖNAICH (red). Auf das sportlich erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte kann der RSC Schönaich zurückblicken. Die Vorsitzenden Uwe Töpfl und Timo Dreher hatten bei der Jahresabschlussfeier daher einiges zu tun, allen Fahrerinnen und Fahrern zu ihren Leistungen zu gratulieren. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht, wie Elisabeth Brandau beim Crossrennen in Stuttgart-Vaihingen zeigte.
Es war Brandaus erstes Crossrennen in Vaihingen, und einen besseren Einstieg hätte sie nicht schaffen können, denn die Schönaicherin kam aufs oberste Treppchen. Auf dem schnellen und welligen Kurs starteten die Frauen gemeinsam mit den Senioren und Junioren. Nach der dritten Runde lag Elisabeth Brandau bereits mit einem komfortablen Vorsprung in Führung.Durch einen Platten am Vorderrad musste sie mit dem Rad auf der Schulter eine halbe Runde zu Fuß bewältigen und fiel auf den letzten Platz zurück. Nach dem Wechsel startete die Schönaicherin aber eine fulminante Aufholjagd. Doch als sie bereits wieder auf Rang drei lag, löste sich das Vorderrad. Nachdem auch dieses Missgeschick behoben war, ging die Jagd weiter. Erst in der vorletzten Runde hatte sie sich die Führung zurückerobert und durfte sich schließlich trotz aller Pannen über den Sieg freuen.
Dienstag, 16.11.2010
KRZ: Radball: Gärtringer Duo Uwe Berner und Matthias König ergattern am Wochenende die Führung im Weltcup
Jetzt kann die WM kommen
Radball: Gärtringer Duo Uwe Berner und Matthias König ergattern am Wochenende die Führung im Weltcup
Die Gärtringer Radballer Uwe Berner und Matthias König haben sich durch ihren dritten Platz beim Weltcup in Höchst am Wochenende in der Gesamtwertung auf Rang eins verbessert und werden beim Finale Anfang Dezember mit dem Leadertrikot auflaufen.
Von Johann Rumpl - Kreiszeitung 16.11.2010
Montag, 15.11.2010
Gäubote: Radball: Berner/König übernehmen Weltcup-Führung
Müde, aber erfolgreich
Radball: Berner/König übernehmen Weltcup-Führung
Andreas Gauss - Gäubote 13.11.10
Das Duo Uwe Berner/Matthias König hatte sich zwar seit vergangenen Mittwoch beim WM-Lehrgang so richtig reingehängt, dennoch reichte es am Samstag als Drittplatzierter noch zu einem Rang auf dem Treppchen. Damit sicherte sich das ohnehin für das Finale in Zlin (Tschechei) qualifizierte Gäuteam auch noch das Trikot des Führenden. Neben Gärtringen hatte sich auch die RSG Ginsheim mit Roman Müller und Marco Roßmann frühzeitig für das Finale qualifiziert. Der RSV Zscherben mit Michael Gerdes/Sven Broedel sicherte sich mit dem Einzug ins Finale in Höchst ebenfalls die Fahrkarte für Zlin.
Wie mit Trainer Sandro Lomuscio abgesprochen, hatten sich Berner/König drei Tage lang beim Nationalmannschaftslehrgang verausgabt. Lomuscio: "Darauf sollten sie sich konzentrieren." Allerdings wollte man im Vorfeld der WM in Stuttgart auch die eine oder andere Duftmarke setzen, traf man doch in der Vorrundengruppe mit dem RC Höchst II (Dietmar Schneider/Patrick Schnetzer) und SC Svitavka (Jiri Hrdlicka/Radim Hason) auf WM-Konkurrenz. Und nach einem lockeren 10:2-Auftakt gegen die chancenlosen Franzosen des VC Cronenbourg wurde es im zweiten Spiel für Berner/König prompt eng. Mit 2:4 lagen sie gegen Höchst II nach zunächst ausgeglichenem Spiel in Rückstand. Mit zwei Treffern nach Eckbällen spielten die Gärtringer Routiniers ihre Stärken bei Standardsituationen aus, um in der letzten Minute noch den 5:4-Siegtreffer zu erzielen. Sandro Lomuscio war zufrieden: "Das haben die beiden noch ganz gut durchgezogen." Gegen CSO Bukuresti mussten die Gärtringer nach 0:3-Rückstand erneut letzte Kraftreserven mobilisieren, aber schon zur Halbzeit war mit einer 4:3-Führung alles im Lot. Am Ende stand ein deutlicher 9:3-Erfolg.
Obwohl sich Berner/König zum Erreichen des Halbfinals eine Niederlage mit zwei Toren gegen Svitavka hätten leisten können, ließ das RVG-Duo nichts anbrennen. Ausgehend von einer sicheren Führung lieferten sie sich mit dem zweiten WM-Kontrahenten einen offenen Schlagabtausch, gewannen aber souverän mit 8:5.
Auch im Halbfinale gegen Zscherben wäre laut Lomuscio ein Sieg drin gewesen. Allerdings agierte Gärtringen 40 Sekunden vor Schluss bei einem 5:6-Rückstand zu ungeduldig. Statt noch mit langem Atem auf einen Ausgleichstreffer samt Verlängerung zu spekulieren, riskierte man vor 400 Zuschauern zu viel, so dass Zscherben noch das 7:5 erzielte. Lomuscio: "Gegen Ende hatte man ihnen doch noch die Müdigkeit angemerkt." Im Spiel um Platz drei gelang Berner/König ein 6:1-Erfolg über Höchst II. Die Höchster Erste (Simon König/Florian Fischer) gewann das Finale über Zscherben mit 3:0 ebenfalls klar.
Gäubote: WM-Generalprobe beim Weltcup in Höchst
WM-Generalprobe beim Weltcup in Höchst
Hallenradsportszene: Gärtringer Radballer holen sich den Feinschliff für das Turnier in Stuttgart
Letzter Lehrgang - Radball-Bundestrainer Jürgen King (Lauterbach) und sein Co-Trainer Michael Lomuscio (Gärtringen) haben von Mittwoch bis zum gestrigen Freitag die komplette Nationalmannschaft um sich geschart. Neben den beiden Gärt ringern Uwe Berner und Matthias König waren in Frankfurt die Duos von der RSG Ginsheim, des RVS Obernfeld, des RMC Stein und das WM-Ersatzteam vom SV Eberstadt dabei. "Es wurde sehr viel gesprochen", sagt Matthias König zur Trainingsmaßnahme. Im Mittelpunkt stand die Analyse des Gärtringer Spiels. Wo sind Schwachpunkte, was muss noch verbessert werden. "Wir haben uns zum Beispiel die Partien vom Nationencup in der Schweiz noch einmal angeschaut", berichtet König. Dort hatte das RVG-Gespann gegen
das österreichische WM-Team Dietmar Schneider/Patrick Schnetzer mit 7:2 gewonnen. Die Partie gegen das schweizerische WM-Duo Peter Jiricek/Marcel Wal dispühl verloren Berner und König allerdings ebenso deutlich mit 2:6. "Man hat gesehen, dass wir deutlich gegen Österreich gewinnen, wenn wir uns konzentrieren. Und wir haben gemerkt, dass wir gegen die Schweiz unterliegen, wenn wir leichtfertig Bälle verlieren", fasst König zusammen, was er auch vor dem Videostudium vermutlich schon wusste. -ros-
Letzter Test - Der Start beim letzten Weltcup-Turnier des Jahres im österreichischen Höchst ist für Berner und König gleichzeitig die Generalprobe für die WM Ende des Monats. "Wir haben uns extra dieses Turnier ausgesucht", sagt König. Als Führender im Weltcup-Ranking war das Gärtringer Duo im vergangenen Jahr in der glücklichen Lage, sich seine vier der insgesamt acht Weltcup-Turniere auszusuchen. In doppelter Hinsicht ist das Turnier in Höchst wertvoll für das Duo. Der Wettkampf auf hohem internationalem Niveau ist keine zwei Wochen vor dem ersten WM-Spiel gegen Belgien am Freitag, 26. November, eine ausgezeichnete Standortbestimmung. Zweitens treffen die Gärtringer in ihrer Vorrunden-Gruppe gleich auf drei WM-Konkurrenten: Die Österreicher Schneider/Schnetzer, die Tschechen Jiri Hrdlicka/Radim Hason und die Franzosen Stephane Bauer/Frederic Doell. Matthias König gefällt diese Konstellation. "Die Österreicher sind für uns ein Dauerbrenner. Aber die Tschechen sieht man fast das ganze Jahr über nicht. Es ist gut, noch einmal gegen sie zu spielen." Dasselbe gilt für die Franzosen, die als klarer Kandidat auf die Relegation zur B-Gruppe in das WM-Turnier gehen. Um die Qualifikation für das Weltcup-Finale müssen sich die Gärtringer keine Sorgen mehr machen. Sie haben die Teilnahme am Turnier im tschechischen Zlin am 4. Dezember sicher. -ros-
Kurze Wege - Hotel, Trainingshalle, Wettkampf-Arena - alles ist bei der WM im Stuttgarter NeckarPark auf engstem Raum vorhanden. Untergebracht sind die deutschen Sportler im Vier-Sterne Hotel Hilton Garden Inn zwischen Porsche-Arena und Carl-Benz-Arena. "Meines Wissens gibt es sogar eine unterirdische Verbindung zwischen dem Hotel und der Halle", sagt Matthias König. Am Mittwoch, 24. November, beziehen die Radballer ihre Zimmer in Stuttgart. -ros-
Zeitplan steht - Die Wettkämpfe in der Stuttgarter Porsche-Arena beginnen am Freitag, 26. November, um 9 Uhr mit Spielen der Radball-Gruppe-B. Ebenfalls am Vormittag auf dem Programm steht die Vorrunde im Vierer-Kunstradfahren. Das Finale dieser Disziplin findet am Freitagabend statt. Die Final-Durchgänge der offenen Zweier-Klasse und im Zweier der Frauen sind für den Samstagnachmittag vorgesehen. Die Finals in den Einer-Konkurrenzen finden ebenso wie das Radball-Endspiel am Sonntagnachmittag statt. Die beiden Gärtringer Radballer Uwe Berner und Matthias König starten am Freitagabend mit dem Spiel gegen Belgien in das Turnier. Am Samstagvormittag treten die Gärtringer gegen Tschechien an, am Nachmittag gegen Österreich und am Abend gegen Frankreich. Zum Abschluss der Vorrunde trifft der Vize-Weltmeister am Sonntagvormittag auf den WM-Titelverteidiger Schweiz. -ros-
Alles im Griff - Für den reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe ist bei der WM der Gärtringer Hartmut Kimmerle verantwortlich. Er ist der Technische Delegierte des Radsport-Weltverbandes UCI. Er unterstützt den Veranstalter in.Stuttgart, wo er nur kann. Bisher läuft alles nach Plan. "Wir hatten gerade eine Sitzung des Organisations-Komitees. Es sieht sehr gut aus", lautet Kimmerles Urteil. Der Zeitplan für die Wettkämpfe steht, die Meldungen der Sportler sind vollständig. "21 Nationen werden teilnehmen", sagt Kimmerle. Gerne hätte er das eine oder andere Gesicht bereits vor der WM in Deutschland begrüßt. "Ich wollte eigentlich ein Trainingslager in Gärtringen anbieten", sagte Kimmerle vor kurzem am Rande eines Presse-Termins in der Schwarzwaldhalle. Gute Idee, aber nicht zu realisieren. Für viele Teams ist allein die Reise zur WM ein finanzieller Kraftakt. Weitere Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Vorfeld gibt das Budget nicht her. -ros-
Comeback - Radballer Carlos Prieto vom VfL Sindelfingen startet bei der WM in der B-Gruppe für Spanien. Seinen letzten WM-Auftritt hatte er 2007. Zusammen mit seinem neuen Partner Florencio Monge vom Schweizer Spitzenverein RV Winterthur - dort aktiv in der Nationalliga B - tritt Prieto für sein Heimatland Spanien an. Beide treffen in der Vorrundengruppe eins auf Japan, Malaysia und die Slowakei. Als Gruppenerster würden sie im Endspiel auf den Besten der Vorrundengruppe zwei (Rumänien, Hongkong, Ungarn und Niederlande) treffen. Im Erfolgsfall ginge es in die Relegation zur A-Gruppe. -rum-